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Kronen Zeitung

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HERZOG UND POLSTER

„Mit Toni hätte der LASK schon wieder Titel“

Oliver Gaisbauer

Schmäh-Alarm im Welser max.center! Wo Österreichs Legenden Andi Herzog und Toni Polster Werbung für ihr Buch „Wir lachen bis heute“ machten. Das geniale Duo nahm sich gegenseitig auf die Schaufel, gab Anekdoten zum Besten – und plauderte mit der „Krone“ auch über die OÖ-Erstligisten LASK, Ried und Blau-Weiß.


Großer Andrang im Welser max.center! Wo Toni Polster und Andi Herzog mit der „Krone“ auch über das OÖ-Bundesliga-Trio sprach. Etwa über Ried – LASK! „Ich war für Sky anderweitig im Einsatz, hab’ dann die Jubelstürme vom Didi Kühbauer und die vermummten Fans am Spielfeldrand gesehen, hab’ mir nur gedacht: Renn’, Didi, renn’!“, so Herzog, der grundsätzlich über Rieds Spielweise sagt: „Klar müssen sie ihre Stärken nützen. Wenn sie mit ihrem Personal und den riesigen, starken Kopfballspielern versuchen würden zu spielen wie Barcelona, dann wären sie ja schön blöd.“

Bild: Kristian Bissuti

Polster drückt GAK im Abstiegskampf die Daumen
„Ried hat’s immerhin geschafft, dass jeder mit großem Respekt zu ihnen fährt – um nicht zu sagen mit Angst“, nickt Toni Polster, der einst die LASK Juniors zum Aufstieg in die Regionalliga coachte: „Dann hat mich Präsident Reichel aber leider nicht zum Kampfmannschafts-Trainer gemacht.“ „Sonst wäre das Warten des LASK auf den ersten Titel seit 1965 sicher schon längst vorbei“, schmunzelt Herzog, der den ASK im Cupfinale gegen Altach als leichten Favoriten sieht. Und Blau-Weiß? „Ihr Plus ist, dass der WAC auch schwach ist, aber für mich sind sie dennoch ’Favorit’ auf den Abstieg, der GAK wirkt sattelfester“, so Herzog. Polster ergänzt: „Es wäre wegen ihrem Anhang schade, aber Blau-Weiß muss es mir nachsehen, dass ich zum GAK halte – weil dort spielt Daniel Maderner, mein Schwiegersohn!

Bild: GEPA

Ehe sich die Legenden auf der Bühne einen lustigen Schlagabtausch lieferten...
Polster: „Wir sind mit unserem Buch in der Bestsellerliste ganz vorne, das haben wir nicht erwartet, bedanken uns sehr herzlich.“
Herzog: „Der Toni hat ja ganz genau gewusst: Wenn er mal einen Erfolg haben will dann muss er mit mir etwas machen. Darum ist er jetzt seit Wochen überglücklich. Ich bin froh, dass ich ihm helfen durfte.“
Polster: „Wer’s nicht mitbekommen hat: Der Andi hat ja früher schon mal ein Buch geschrieben, das haben aber glaub‘ ich nur drei Leute gelesen: seine Cousine, seine Tante – und die Oma.“

Bild: Oliver Gaisbauer

Wie ihre Freundschaft einst entstanden ist?
Herzog: „Naja, er ist ja ein bisserl älter als ich – das sieht man ja auch! 1988 in der Nationalmannschaft war mein erstes Länderspiel. Er war der einzige Legionär in einer Top-Liga, ich hab‘ extrem zu ihm aufgeschaut, zum Top-Torjäger. Aber als wir dann das erste Mal gemeinsam trainiert haben, hab ich mir gedacht: Naja, so gut ist er ja eigentlich gar net, des geht sich bei mir auch aus!“
Polster: „Es ist ständig hinter mir her gewackelt. Ich hab‘ mir gedacht okay, der kann viel von dir lernen, dann soll er ruhig. Irgendwann war’s mir wurscht, dass er mir immer nachgelaufen ist.“
Herzog: „Aufgabe beim Aufwärmen: Einen Purzelbaum schlagen und dann einen Sprint über zehn, fünfzehn Meter zum Trainer. Aber er hat ja keinen Purzelbaum können, das waren immer so seitliche Rollen! Purzelbaum nach hinten war sowieso unmöglich. Dann hat er dir beim Sprint den Ellbogen ins Gesicht gehaut und gesagt: ‘Ma, heit bin i wieder schnell‘!“
Polster: „Das ist alles einfach nur der Neid.“

Bild: GEPA

Die Unterschiede zur heutigen Generation?
Polster: „Damals gab‘s kein Handy, keine Social Media - Gott sei Dank, muss man sagen. Da hatte ich Glück.“
Herzog: „Der Fußball ist heute nicht nur schneller, heute wird ja alles mit GPS-Sensoren gemessen: Wie schnell du bist, wie viel du läufst. Da hat der Toni wirklich Glück gehabt, dass es das früher noch nicht gegeben hat! Sonst wär’s ein bisserl eng geworden, wenn der Fitnesstrainer gesagt hätte: ‘Du Toni, im Match bist du nicht viel gelaufen, der schnellste Lauf war der beim Jubeln nach dem Tor!“
Polster: „Und ich hätt’ geantwortet: Es hat vorne zweimal g’raschelt, weißt eh: Toni Doppelpack! Und das ist wichtiger als zehn oder zwölf Kilometer laufen!“

Über die anstehende WM 2026:
Polster: „Die Vorfreude ist schon sehr groß.“
Herzog: „Bei mir ist die Vorfreude auch riesig! Wir sind erstmals seit 1998 dabei, haben eine richtig gute Mannschaft. Sich mit Spielern von anderen Kontinenten zu messen, ist etwas ganz Besonderes. Gegen Argentinierin und Messi zu spielen – etwas Besseres kann es nicht geben! Ich hoffe, die Top-Spieler kommen in absoluter Super-Form zur WM und wünsche mir auch, dass Sasa Kalajdzic fit bleibt – er wäre nicht nur den LASK wichtig, sondern auch für die Nationalmannschaft. Am Ende glaub‘ ich schon, dass wir die Gruppenphase überstehen werden. Dann muss man abwarten, wer die nächsten Gegner sein sollen. Es kann ja gleich Spanien werden und dann ist eines schon klar: Wenn Spanien Weltmeister werden will, dann müssen sie uns zuerst mal schlagen!“

Die Blamage gegen die Färöer:
Herzog: „Die ersten Wochen nach dem Spiel waren jedenfalls ein Wahnsinn, da bin ich in Wien fast unterirdisch gegangen, es war wirklich schlimm. Jahrzehnte später können wir darüber lachen, dass der Toni dem Tormann mit der Zipfelmütze immer auf den Schädl geschossen hat, statt dass er einmal ein Tor schießt.“
Polster: „Naja, das war ja der Wahnsinn, ich hab’ mich einfach verhöhnt gefühlt, wenn ihr Tormann mit einer Zipfelmütze spielt.“

Bild: GEPA

Was sie geworden wären, wären sie nicht Fußballer geworden:
Polster:  „Ich hab ja Industriekaufmann gelernt, hätte das weitergemacht bis mir etwas Besseres eingefallen wäre. Aber in Wahrheit hat‘s für mich nie eine Alternative gegeben, ich wollte von Klein auf immer Profi-Fußballer werden und hab das geschafft.“
Herzog: „Ich hab Handelsakademie-Matura, Buchhaltung, Rechnungswesen und so  – aber ich glaube zum Finanzminister hätt‘s nicht gereicht. Ich war immer so Sport-verrückt, ich glaub‘ ich wär’ wahrscheinlich Sportjournalist  geworden.“

Ob man ihren Schmäh in Deutschland verstanden hat?
Polster: „Natürlich ist der Schmäh ein anderer und man muss Hochdeutsch sprechen, aber ich habe die Deutschen sehr schätzen gelernt. Wenn dir ein Deutscher ein Funktionär etwas zusagt, dann ist das auch erfüllt worden, während man in Italien oder Spanien immer betteln musste um sein eigenes Geld. Gladbach und Köln – das ist Tradition pur, das hat schon Spaß gemacht!“
Herzog: „Was glaubst‘, welchen Spaß du erst gehabt hättest, wenns‘t bei besseren Mannschaften gespielt hättest?“
Polster: „Er vergisst immer: Er ist Meister geworden, dazu gratuliere ich! Aber ich bin auch Meister geworden, das verdrängt er immer: mit Gladbach Hallenmeister!“

Bild: GEPA

Herzogs Zeit beim FC Bayern alias FC Hollywood:
Herzog: „Es war schwer! Es ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen, dass du bei einem der größten Klubs der Welt spielen kannst. Aber es ist wie so oft nicht alles Gold was glänzt. Es war schon so, dass ich nicht zu viel Selbstvertrauen hatte, weil ich extremen Respekt vor Weltklassespielern wie Matthäus oder Klinsmann hatte. Ich hab‘ mein Spiel nicht durchziehen können. Und ich war zu einer Zeit dort, wo es nur drunter und drüber gegangen ist! Trainer Otto Rehhagel hat zu mir gesagt: ‘Da steht nächsten Tag immer in der Zeitung, was ich in der Kabine erzählt habe! Ich glaube, wir haben ein Trojanisches Pferd in der Mannschaft!‘ Ich hab gesagt: ‘Nein, Trainer, stimmt nicht – wir haben fünf!‘ Und es war schon so, dass die Top-Spieler ihre Connections zu den Zeitungen hatten.“

Und die Szene, als ihn Oliver Kahn am Kragen packte und durchschüttelte?
Herzog: „Ich treffe ihn jetzt oft, wenn ich für Sky in München bin. Immer wenn ich ihn seh‘ beutelt‘s mich erst mal kurz (schmunzelt). Nein, es ist alles okay!“
Polster: „Ich glaub er spürt die Aktion von damals heute noch im Nacken.“

Bild: GEPA

Das WM-Qualispiel 1990 gegen DDR, als Polster zuerst ausgebucht wurde und Österreich dann zur WM geschossen hat?
Polster: „Ich glaub, ich hatte nicht das alles verdient, was ich erlebt hatte vor diesem Spiel. Aber ich hab’s geschafft diesen Zorn, diese Energie so zu bündeln, dass ich richtig gut war an diesem Tag und Gott sei Dank hat der Fußball-Gott heruntergeschaut und es hat mit der WM-Quali geklappt.
Herzog: „Niki Lauda, Hermann Maier... – aber auch das vom Toni war eine der größten Leistungen in Österreichs Sportgeschichte! Wobei ich sagen muss: Er gibt mir dann nachher immer Geld, wenn ich das auf der Bühne sage.“

Bild: edition a

Über ihr Buch: „Wir lachen bis heute“
Polster: „Ich bin sehr stolz drauf! Ich glaube man wird auch sehr viel lachen, wenn man‘s liest. Das Buch menschelt einfach, wir haben viele alte, lustige Anektdoten zusammengefasst. Wir können auch über uns selbst lachen – das ist auch wichtig.“ 
Herzog: „Die Entstehung war schon sehr lustig – wir sind stundenlang zusammengesessen. Es hat so lang gedauert, weil wir so viel gelacht haben. Der Vorteil ist: Unsere Karrieren sind lange vorbei, wir können jetzt über Geschichten, die damals richtig peinlich waren, mittlerweile lachen. Und wenn es die Leser auch tun, freut uns das riesig!“


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